Offenes Haus Oberwart

KOMMENDE AUSSTELLUNG: Die außergewöhnliche Ausstellung "Body Tales" von Eva-Maria Biribauer, Michaela Foltin, Eveline Rabold ist vom 13.1. bis zum 3.2.2018 zu besichtigen.

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Echte Veranderung können nur wir selbst herbeiführen!

Interview von Christian Keglovits

Im Vorfeld der kommenden Tournee, die den Blechhauf‘n im März 2018 ins OHO führen wird, haben wir Reinhold Bieber zum Interview gebeten.

Eure aktuelle Konzerttournee läuft unter dem Motto „Die Wirtshausrunde“. Wie darf man sich das vorstellen? Wie bringt ihr Wirtshausatmosphäre ins OHO?
„Die Wirtshausrunde“ findet sowohl in Gasthäusern als auch auf Kulturbühnen statt. Im Fall des OHO sprechen wir natürlich von einer Kulturbühne. Aber unser Konzept passt in ein Gasthaus genauso wie ins OHO. Wir sitzen oder stehen quasi um einen imaginären Tisch herum – eben dem Wirtshaustisch – und spielen. Die ZuschauerInnen dürfen sich – wie immer in unseren Programmen – auf jede Menge Show, Witz und Tanz freuen. Es wird eine Kellner-Szene geben, es wird gesungen, gespielt, getanzt, mit viel Polka, Walzer und Marsch. Aber zu viel möchte ich gar nicht verraten.

Als Profimusiker kennt ihr die große Konzertbühne vor Zehntausenden BesucherInnen wie beim Woodstock der Blasmusik, ihr kennt Zeltfestbühnen und Studios und ihr kennt gemütliche Wirtshäuser. Wo fühlt ihr euch am wohlsten?
Wir fühlen uns immer dort am wohlsten, wo wir gerade sind. Die große Bühne ist insofern interessant, weil wir da in der XXL- Formation noch einen Schlagzeuger und einen Gitarristen dabei haben und einem über zehntausend Fans zujubeln, und das ist für diesen Moment auch super. Wir wollen aber nicht nur solche Sachen machen. Eine intimere Szenerie, wo wir vor 200 oder 300 Zuhörerinnen und Zuhörern spielen, ist genauso etwas, das uns sehr zusagt. Der Kontakt zum Publikum ist einfach näher, du merkst ganz genau, ist dem da vorn jetzt fad oder ist ihm nicht fad? Das ist bei zehntausend Leuten natürlich nicht möglich, da müssen wir Gas geben und hoffen, dass die Leute mitgehen. Bei der Wirtshausrunde ist halt alles kleiner, feiner, intimer. Das haben wir ganz gerne, und deshalb machen wir diese Geschichte ja auch.

Gibt‘s das in Österreich eigentlich noch, so typische Wirtshäuser, in denen munter drauflos musiziert wird?
So, wie es das früher oft gegeben hat, gibt‘s das nicht mehr, einfach weil es die Gasthäuser dazu nicht mehr gibt oder nicht mehr in dem Ausmaß. Und die bestehenden Gasthäuser haben oft keinen Saal mehr, um zwei- oder dreihundert Leute unterzubringen. Viele dieser großen Gasthäuser gibt’s im Burgenland nicht mehr, was schade ist. In Oberösterreich und Tirol oder auch in Deutschland gibt es noch mehr von diesen großen Gasthäusern. Unser Konzertprogramm „Die Wirthausrunde“ geht jetzt schon ins dritte Jahr und ist ja auch ein bisschen der Versuch, das wiederzubeleben.

In unserer aktuellen Ausgabe zieht sich das Thema Veränderung als Schlagwort durch alle Beiträge. Ist die Blasmusik ein Genre, das auch ständigen Veränderungen unterliegt?
Die Blasmusik samt der ganzen Szene hat sich insofern verändert, als ihr Stellenwert enorm an Bedeutung gewonnen hat. Die Blasmusik ist in den letzten zehn Jahren immer populärer geworden. Auch der Zugang zur Blasmusik hat sich verändert. Blasmusik ist nicht mehr verstaubt, nicht mehr alt, nicht mehr nur Polka und Marsch. Blasmusik ist jung und cool, immer mehr junge Menschen spielen ein Blasinstrument, tragen Tracht (auch das gehört dazu) und man scheut sich auch nicht mehr davor, Blasmusik zu spielen und die Tracht zu tragen. Als Musiklehrer bekomm ich das unmittelbar mit, und ich sehe diese Entwicklung auch noch nicht am Ende. Wir spielen beim Woodstock der Blasmusik vor zehntausend Leuten – vor 15 Jahren noch undenkbar – und stellen fest, dass dies von Jahr zu Jahr mehr wird, wie die jungen Leute dort vier Tage abfeiern und einfach Spaß haben. Ob beim Aufsteirern in Graz oder beim Feuerwerk der Blasmusik in Mörbisch: Das steigende Interesse stimmt mich insgesamt optimistisch, was die Blasmusik betrifft, und wenn wir da von einer Veränderung sprechen, dann war das definitiv eine Veränderung hin zum Positiven. Jetzt gilt’s halt, diesen Trend nachhaltig abzusichern.

Apropos Zukunft. Die nächste Pläne des Blechhauf'n?
Jetzt müssen wir mal „Die Wirtshausrunde“ von März bis September gut über die Bühne bringen. Denn man darf eines dabei nicht vergessen: Das Spielen auf der Bühne ist eine Sache, aber das Zusammensitzen danach gehört ja auch dazu, gerade wenn wir dieses Programm in Gasthäusern spielen, das macht’s dann ja auch aus, wenn man mit dem einen oder der anderen noch zusammen sitzt und was trinkt, und hoffentlich wird’s auch im OHO so sein. Also das wird schon eine intensive Zeit, und dann arbeiten wir natürlich an einem neuen Programm, mit dem wir im Frühjahr 2019 losstarten möchten.

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