Offenes Haus Oberwart

AKTUELLE AUSSTELLUNG: Im Rahmen von Zooming Culture sind unter dem Titel „Junge Kunst 2017“ vom 18. bis 30. November ganz besondere Arbeiten junger Künstler und Künstlerinnen in der OHO-Galerie ausgestellt.

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BORDERLINE – Burgenländische Filmtage 2017

Schwarz-Weiß und leise Töne. Sepiaschattierungen und unterschwellige Konflikte. Farbe und die laute Abbildung verstörender Privatwelten.

Im diesjährigen Filmmonat „Borderline 17“ werden Dokus, Spiel- und Kurzfilme von burgenländischen wie internationalen Filmemachern gezeigt, die sich auf ganz unterschiedliche Weise einem Thema angenähert haben: der Heimat. Was ab 21. April im OHO gezeigt wird, eröffnet den Blick für die Wirkung und Auswirkung von Orten. Setzt sich mit der Provinz auseinander. Stellt die Frage nach Zuhause und Wurzeln. Und ist von aktueller Brisanz.

VON DER PROVINZ (R)AUS
In „Geschwister“ etwa begegnet man der 18-jährigen Bebe und ihrem jüngeren Bruder Mikhail. Man begleitet sie auf ihrer Flucht von Moldawien nach Deutschland, auf der die beiden nicht nur Staatengrenzen erreichen, sondern auch ihre persönlichen. Man ist mittendrin in ihrem Kampf, sich ein neues Leben aufzubauen, Arbeit zu finden, eine neue Sprache zu lernen. Erlebt mit ihnen, wie ihre Geschwisterbeziehung während des Asylprozesses in Deutschland fast zerbricht und sie unfähig werden zu vertrauen.

ENTWURZELT
Als jemanden, der entwurzelt wurde, lernt man auch Ida im gleichnamigen Film von
Regisseur Pawel Pawlikowski kennen. Anna wächst als verwaistes Mädchen in einer polnischen Klosterschule auf. Bevor sie selbst Nonne wird, begegnet sie ihrer einzigen Verwandten, ihrer Tante. Und damit einer Vergangenheit, von der sie nichts wusste. Anna ist die gebürtige Jüdin Ida und begibt sich auf die Suche nach dem Grab ihrer ermordeten Eltern, ihrer Herkunft und irgendwie auch nach sich selbst.

WENN DIE VERGANGENHEIT INS HEUTE REICHT
Wie sich die Vergangenheit ins Heute mischt, zeigt auch „Mörderland“. In einem andalusischen Dorf, fünft Jahre nach dem Ende der Ära Franco, verschwinden zwei
Schwestern. Kann man den Polizisten trauen? Oder hängt der eine noch immer im inzwischen vergangenen faschistischen Regime fest? „Wir leben jetzt in einem anderen Land“, sagt der Bürgermeister zu ihnen, doch das scheint hier noch nicht so
richtig zu stimmen.

HEIM-LICHE OBSESSIONEN
Auch in der Doku „Im Keller“ geht es um einen Ort der Abgründe, wie Regisseur Ulrich Seidl den Keller selbst nennt. Puppenstube, Schlangengrube, Minihallenbad –
Seidl gewährt Einblicke in Obsessionen, die versteckt und heimlich gelebt werden. Dass man Abgründen dabei näher kommt, als einem vielleicht lieb ist, bleibt nicht
aus. Und dass sie im Burgenland auch räumlich näher sind, als man vielleicht gern hätte, ist eine Tatsache – wurde ja über den Inhaber des medial so genannten „Nazi-Kellers“ in Marz eine Haftstrafe wegen Wiederbetätigung verhängt. Manchmal wirkt sich der Film eben auf das echte Leben aus.

Eintritt: AK € 7,- (Hauptfilm) / Festivalpass: € 20,-