Offenes Haus Oberwart

KOMMENDE AUSSTELLUNG: Eröffnung der Ausstellung „Kunst für Katz & Co - KünstlerInnen helfen Tieren in Not“ am 5. Dezember 2019 Mehr Infos >>

OHO – DAS ERSTE JAHRZEHNT ...

... eines autonomen Kunst- und Kulturhauses der Provinz

Interview mit Georg Hoanzl

 

Du hast dir deine allerersten Meriten im Kulturbetrieb als Mitarbeiter im OHO verdient. Wann und wie bist du überhaupt an das OHO geraten?

Über Wolfgang Horvath, den ich in einem Kaffeehaus in Oberwart getroffen habe. Er hat mich gleich vom Kaffeehaus ins OHO gebracht, wo ich dann Horst Horvath kennengelernt habe und, wie ich glaube, am gleichen Tag noch angefangen habe, mit den Leuten im OHO zu arbeiten. Peter Wagner, Wolfgang R. Kubizek, Trixi Rehm und Hedi Chaloupka – und viele andere lässige Menschen, an die ich mich sehr gerne erinnere – waren auch gleich Stunden danach mit ihrem ganzen Elan und ihrer Schaffenskraft rund um mich. So haben wir uns jahrelang gemeinsam und vielfältig für aus meiner Sicht sehr lässige Projekte eingesetzt.

Was waren die allerersten Anforderungen, denen das Unternehmen OHO ausgesetzt war?

Das wird sich, glaube ich, nicht geändert haben und ist das Problem und die größte Aufgabe aller Kultureinrichtungen, außer den ganz großen, übermächtigen, staatsnahen Kulturinstitutionen: die Finanzierung und die damit verbundenen Bemühungen, die engagierten Projekte über Eintrittseinnahmen, Sponsorgelder, Subventionen und andere Ressourcen zu ermöglichen. Der Großteil ist und war immer die unentgeltliche oder sehr gering entlohnte Arbeit aller Mitwirkenden. Da leisten sehr viele seit Anbeginn sehr Großes.

Du bist damals mit einem sehr „modernen“ Konzept an deine Arbeit herangegangen. Worin hat dieses bestanden?

Begeisterung. Und im Gefühl, gemeinsam mit anderen an etwas Sinnvollem zu arbeiten. So meine ich es jetzt wirklich. Ich verstehe aber die Frage natürlich auch anders und habe neben dieser stärkenden emotionalen Herangehensweise auch versucht, analytisch und strukturiert an die uns gestellten Aufgaben heranzugehen. Das ist gerade im Kreativbereich ein scheinbarer Widerspruch, der aber sehr viel an künstlerischem Potential zu provozieren imstande ist.

Du hast dich nach deiner Lehrzeit im OHO zu dem wahrscheinlich bekanntesten Kulturmanager Österreichs entwickelt. Viele der Künstler aus der Blütezeit des Kabaretts der Neunzigerjahre stehen bei dir unter Vertrag. Wie stehst du zu den Künstlern?

Vertragslos, aber mit großer gegenseitiger Bindung und Dankbarkeit für die Arbeit der vergangenen drei Jahrzehnte und einem gemeinsamen Blick nach vorne.
 
Verfolgst du mitunter noch die laufenden Aktivitäten des OHO?

Ständig! Und ich freue mich dann immer über die fruchtbaren Impulse, die vom OHO ausgehen, wie wenn es noch immer mein Unternehmen wäre. Wenn ich es dann alle Ewigkeiten schaffe, vorbeizukommen, freue ich mich über die Lebendigkeit und Präsenz, die von dieser nicht nur für mich sehr wichtigen Plattform ausgehen.