Offenes Haus Oberwart

Laufende Ausstellung: Die Ausstellung „Schöner Beton – Na schön, Beton“ ist noch bis zum 29.10.2019 im Kontaktzentrum Oberwart zu besichtigen >>

Foto: "Pilze, Tod und Morgen"

BERND IRRAN UND DER PLANET DER KÖNIGE * Vernissage

Freitag, 22. Februar 2019 19:30 Uhr

Vernissage der Erinnerungsausstellung für Bernd Irran

Bernd Irran
wurde 1943 in Wien geboren und verbrachte seine Kindheit in verschiedenen Orten der Steiermark und in Pinkafeld. Nach der Matura in Graz studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. 1966 wurde ihm der Meisterschulpreis zuerkannt. 1968 hat er sein Studium mit dem Akademiediplom erfolgreich abgeschlossen und erwarb damit den Titel Magister artium. Bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1986 lebte er mit seiner Familie in Pinkafeld. Er war als Professor für Bildnerische Erziehung am BG/BRG Oberschützen und als freischaffender Künstler tätig.

Neben seiner künstlerischen Präsenz in Österreich brachten ihm Ausstellungen in der Schweiz und in Deutschland sowie Science-Fiction-Buchillustrationen auch internationale Anerkennung.

Mit seiner Phantasie entführt Bernd Irran alle, denen es gelingt, den Rahmen der sichtbaren Realität zu überschreiten, in eine erdachte Welt voll Unbekanntem, Unerwartetem, manchmal scheinbar Gefährlichem, aber immer ästhetisch Anspruchsvollem. Er sammelte seltene Muscheln, Wurzeln, Steine … Diese oft skurril anmutenden Objekte vermittelten ihm besondere Inspirationen. Wesentliche Anregungen fand er in seiner Begeisterung für Science-Fiction-Literatur, vor allem in den Büchern von Stanislaw Lem, Sterling E. Lanier, Frank Herbert, Isaac Asimov oder in den Fantasy-Stories von J. R. R. Tolkien. Seine „Ansichten von anderswo“ sind reine Fiktion, bevorzugt ausgedrückt mit den traditionellen Mitteln der Zeichnung. Aus diesem Gegensatz entsteht eine faszinierende Spannung, die es möglich macht, den Künstler bei seinen „Expeditionen nach innen“ zu begleiten, an seinen „Augenmärchen“ teilzuhaben und individuell weiterzudenken. Seine disziplinierte Strichführung verdichtet sich dabei zu einer Atmosphäre, die dazu einlädt, immer tiefer in den erdachten Kosmos einzutauchen und die angebotenen Bilder zu genießen. Die Intensität des Erlebens vermochte der Künstler Bernd Irran auch als Kunstvermittler an seine Schüler weiterzugeben, indem er ihre Kreativität nicht einengte, sondern mit pädagogischem Geschick und Verständnis förderte.

Obwohl die explizite Abbildung von Menschen bis zum Schluss ausgespart blieb, entwickelte der Künstler in seinem Spätwerk eine bemerkenswerte Sensibilität für die Darstellung ganz einfacher Dinge: Gebrauchsgegenstände des Alltags, auf farbigem Ingres-Papier sorgfältig gezeichnet und weiß gehöht, finstere Wolken über einem durchsichtigen Himmel, Wasser, das träge aus einer Schale rinnt, … mit einem nahezu mystischen Duktus – letztendlich doch wieder einem geheimnisvollen Kosmos zugewandt.

Die Auseinandersetzung mit seinem Werk bestätigt mich in der Vorstellung, dass Bernd Irrans Arbeit durch den frühen Tod nur unterbrochen wurde und dass er seine Kunst „irgendwo“ in einer anderen Dimension als phantasievoller Erzähler auf seinem „Planeten der Könige“ konsequent weiterführt.
(Dr. Gottfried Reszner)

[Im ersten Jahr meiner eigenen Unterrichtstätigkeit als Lehrer für Bildnerische Erziehung am BG/BRG Obersschützen hatte ich das Glück, dass mir Prof. Bernd Irran als Betreuungslehrer zugeteilt war.

Seine fachliche Kompetenz, seine Erfahrung und seine kollegiale Fürsorge erleichterten mir den beruflichen Einstieg sehr.

Darüber hinaus entstand im Laufe der Zeit eine beständige, von gegenseitigem Respekt getragene Künstlerfreundschaft.]

 

Die Ausstellung ist von 23.2. bis zum 5.3.2019 zu besichtigen: von Montag bis Freitag zwischen 9:00 und 16:00 Uhr, vor Veranstaltungen und nach Vereinbarung.

Eintritt: frei