Offenes Haus Oberwart

AUSSTELLUNG: Im Juli und August gibt es keine Ausstellungen.

FIKTION, DOKUMENTATION, FAKE – Podiumsdiskussion und Kurzfilmabend * OHO-Filmclub

Samstag, 21. April 2018 19:00 Uhr
Anschließend laden wir zu einem Kurzfilmabend zum Thema.

Podiumsdiskussion

Im Informationschaos sozialer Medien wird einem sehr schnell klar, dass eigentlich jede Information hinterfragt werden muss. Ob in Schrift, Bild oder Ton - "fakenews" beherrschen die Szenerie. Was vorher noch Kunst war, die Erfindung von Storys, von Geschichten und der kreative Umgang mit nacherzählten Wirklichkeiten, wird hier zum wahrheitstriefenden Beweis politischer Redlichkeit herangezogen.

Geraten hier KünstlerInnen in ein Dilemma? Wie sieht die Arbeit von FilmemacherInnenin einer überbebilderten, durch manipulative Videos verseuchten Welt aus? Kann gerade die Kunst des Erzählens in Bildern diesem Behauptungsdrang nach den wahren Tatsachen, den beweisbaren Wahrheiten etwas entgegensetzen?

Wir haben FilmemacherInnen, JournalistInnen und AutorInnen dazu eingeladen, mit uns über die Querverbindungen der erzählerischen Möglichkeiten der Fiktion, der Dokumentation, aber auch des Fakes zu diskutieren. Mit auf einem großen Podium sind Peter Wagner, Katharina Tiwald, Kristina Schranz, Mara Mattuschka, David Dobrovsky, Alexander Tshidar, Kathrin Resetarits, SeppR. Brudermann, Therese Schulmeister, Michael Friedrich, Christine Ludwig, die sich alle in ihren Arbeiten mit dem Paradoxon des Nacherzählens auseinandergesetzt haben.

Moderation: Walter Reiss

Kurzfilmabend zum Thema

"ANKATHIE KOI - BLACK MAMBA"
Regie: David Kleinl

"DIE KOMPLIZIERTE IDENTITÄTEINER REGION"
AT 2011, 6 Min
Regie: David Dobrowsky

Ein ironischer Essay über die regionale Identität des Burgenlandes als eine Art Ansichtskarten-Motiv-Collage.

RAIDING KURZFILM
AT, 10 Min
Roland Hagenberg

"ES WAREN SCHWERE ZEITEN"
Erinnerungen an das Schicksalsjahr 1938
AT, 25 Min
Regie und Buch: Walter Reiss

Der Dokumentarfilmer Walter Reiss (1974 -2014 Redakteur, TV-Gestalter im ORF) führte 2016 bis 2018 ausführliche Gespräche mit Burgenländerinnen und Burgenländern, die die Zeit vor dem "Anschluss" als Kinder oder Jugendliche erlebt haben. Die zu einer Kurzdoku montierten Ausschnitte aus den Interviews mit "ZeitzeugInnen des Alltags" sollen ein Stimmungsbild dieser Zeit spürbar machen. Es sind - heute 85 bis 101 Jahre alte - Frauen und Männer, die bereit waren, über ihre Kindheit zwischen Ständestaat und NS-Herrschaft zu erzählen. Zum anfänglichen Jubel und Hoffen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung, aber auch zur massiven Einflussnahme durch NS-Propaganda mischten sich erste Irritationen über Ausgrenzung und Verfolgung Andersdenkender und das Verschwinden ehemaliger Nachbarn.

"SPIELFELD"
DE 2017, 26 Min
Regie: Kristina Schranz

Im Winter 2015 durchqueren über hunderttausend Flüchtlinge unkontrolliert den Ort Spielfeld an der österreichisch-slowenischen Grenze. Die Regierung präsentiert daraufhin medienwirksam ihr "modernes Grenzmanagementsystem". Aber seitdem die Balkanroute dicht ist, kommt kein Flüchtling mehr in Spielfeld an. Übrig geblieben sind menschenleere Zelte, ein lückenhafter Zaun im Wald und die Dorfbewohner. Wie gehen sie damit um, dass ihr Tausend-Seelen-Dorf zum "Spielfeld" ratloser Flüchtlingspolitik geworden ist?

zum Interview mit Christina Schranz

"BUZKA-SKI"
AT 2016, 43 Min
Regie: Michael Friedrich

Vier ÖsterreicherInnen, vier AfghanInnen. Keiner kennt den anderen, aber es gibt einen Deal: Die ÖsterreicherInnen betätigen sich als SkilehrerInnen und bekommen im Gegenzug von den AfghanInnen Unterricht in deren Nationalsport Buzkashi (dabei wird auf Pferden um ein totes Schaf gekämpft). Können vermeintliche Sprachbarrieren und kulturelle Gräben so einfach überwunden werden? Oder endet der Versuch in einem Chaos babylonischen Ausmaßes?

Freier Eintritt: für Diskussion und Kurzfilme