Offenes Haus Oberwart

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© Günter Jagoutz/ke

© Günter Jagoutz/ke

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RATTENSTURM. Angriff auf ein Sinkendes.

Mittwoch, 13. Juni 2018 14:16 Uhr
Orchestriert. * im klagenfurter ensemble

Eine Kriegsoper
von Erling Wold (Musik) und Peter Wagner (Libretto)
nach einer Idee von Gerhard Lehner

Mitwirkende:
Sebastian A. M. Brummer, Martin Ganthaler, Michaela Khom, Angie Mautz, Marilene Novak, Michael Uhlir & Nadine Zeintl

Mit Unterstützung des Offenen Hauses Oberwart.

 „Aus ist’s mit dem Leben an der Boje, aus mit dem Hafenleben, addio, ihr Polesanerinnen! […] Die beiden Rauchfänge stoßen Qualm aus, und die Brise fegt die Schwaden inklusive Rußkörnern über Deck; den Offizieren und der Mannschaft tut das nichts, aber die Seefähnriche reiben sich die schwarzen Punkte aus den Milchgesichtern und schnellen die „Heizerflöhe“ von den dottergelben oder weißen Blusen.“
(Egon Erwin Kisch, als „rasender“ Kriegsreporter und Augenzeuge des Untergangs der Szent István)

Ein Jahrhundertprojekt von Peter Wagner und Erling Wold für das klagenfurter ensemble

Mit der Kriegsoper RATTENSTURM. Angriff auf ein Sinkendes, nimmt sich das klagenfurter ensemble Großes vor: Groß, was den Produktionsaufwand betrifft, groß ist aber auch die Erzählung, die wir wagen: Der Untergang der Szent István, der ganze Stolz der k.u.k Kriegsmarine, jährt sich, wie auch das Ende des Ersten Weltkriegs, 2018 zum hundertsten Mal. Angesichts dessen hat sich das ke gemeinsam mit dem Autor und Regisseur Peter Wagner entschlossen, diesen dramatischen und das Ende einer Epoche manifestierenden Ereignissen eine Bühne zu bieten.

Anders als es bei der Versenkung der Szent István geschehen ist, verlassen die Ratten bei Peter Wagner das sinkende Schiff nicht, sie entern es und bringen es stürmend zum Untergang.

Abgesehen von der Dramatik der historischen Ereignisse, steht RATTENSTURM nicht nur für den Niedergang der Österreich-Ungarischen Monarchie, sondern für das Scheitern jedweder Allmachtsfantasien und Überlegenheitsfantasmen. Das Verhängnis der Szent István ist somit in erster Linie als große, von der Geschichte losgelöste Metapher zu verstehen.
Gekonnt verwebt Peter Wagner in seinem Libretto die dokumentierten letzten Stunden des Schlachtschiffes mit Zitaten der literarischen Intelligenzija jener Zeit, welche die Todesfahrt der Szent István wie Begleitschiffe beredt flankieren. Es entsteht ein vielstimmiger, paraphrasierender Kanon zwischen Kriegstreiberei und Kriegsmüdigkeit, der über alle Fronten und Stellungen hinweg Stellung bezieht.
Die mit Versatzstücken aus Minimal Music, Neoromantik und zeitgenössischer Musik korrespondierende, unverwechselbare Komposition des Kaliforniers Erling Wold trägt dabei das Ensemble sicher und zugleich herausfordernd durch die Wogen der Erzählung.

Tickets und weitere Informationen zum Stück, dem Autor, Komponisten, ke und den Mitwirkenden finden Sie unter >>

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