Offenes Haus Oberwart

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Tradipe gejng o Roma – Gewalt gegen Roma * Vortrag

Samstag, 26. September 2020 14:00 Uhr

Rezeption und Umgang mit einem europäischen Phänomen
Nachtrag zum Internationalen Romatag

Eröffnung: 2. Ldtg-Präsident Bgm. Georg Rosner, Andreas Lehner (Roma Volkshochschule Burgenland), Nadine Papai (Verein Hango Roma)

ReferentInnen:
Magdalena Marsovsky (Ungarn),
Nadine Papai (Österreich – Mazedonien),
Markus End (Deutschland), Stephan Ozsváth
(Deutschland – Journalist, Ungarnkenner)

Moderation: Katharina Graf-Janoska

Das Attentat von Oberwart hatte erhebliche Folgen für die autochthone „Romagesellschaft“ im Burgenland und in Österreich. Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik wurde der Volksgruppe gesellschaftlich relevante Aufmerksamkeit zuteil. Die teils prekären Lebensumstände rückten ebenso in den Blickpunkt der Öffentlichkeit wie die strukturelle Diskriminierung und die Vorurteilsstrukturen, mit denen Roma nach wie vor konfrontiert waren.

In der Folge setzten Bund, Land und Gemeinden zahlreiche Maßnahmen, die die Inklusion und Emanzipation der Roma voranbringen sollten. Selbst die Medien schwangen sich dazu auf, den pejorativen Begriff „Zigeuner“ durch die Selbstbezeichnung Roma zu ersetzen. 25 Jahre danach wird die Entwicklung seither auch von VertreterInnen der Volksgruppe weitgehend positiv gesehen.

Während das Attentat von Oberwart also mehr oder weniger spürbare Veränderungen nach sich zog, blieben und bleiben Übergriffe auf Roma und Morde in anderen europäischen Ländern so gut wie folgenlos für die Gesellschaften. Attentate in Ungarn, Frankreich und Italien sorgten immerhin für Schlagzeilen in der internationalen Presse und führten dazu, dass die EU nationale Strategien zur Inklusion der Roma einforderte. Gewaltakte (Morde, Brandanschläge, Pogrome) in Bulgarien, der Ukraine, in Serbien und dem Kosovo wurden wenig beachtet. Staatliche Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation der Roma fehlen in den meisten Ländern genauso wie ein rigoroses Vorgehen gegen rechtsextreme Gruppen und Medien, die mit rassistischen Parolen den Boden für die alltägliche Gewalt gegen Roma bereiten.

Bei der Tagung soll der Terror gegen Roma in den Staaten Europas, seine Rezeption und gesellschaftlichen Auswirkungen aufgezeigt und diskutiert werden.

Eintritt: frei