Igor Skalé - Eine Spurensuche

Vernissage
Künstlerisches Erbe Burgenland #2

Vernissage * Donnerstag, 28. März 2024 * 19:30 Uhr

Eintritt: frei

Die Ausstellung ist vom 24.3. bis zum 20.4. zu besichtigen: DI-FR von 9:00-14:00 Uhr, vor Veranstaltungen und nach Vereinbarung.

Wir können Werke von Egon Schiele, Maria Lassnig und anderen verstorbenen österreichischen KünstlerInnen weltweit in Museen und Ausstellungen betrachten. Darum kümmern sich Stiftungen, Museen und KuratorInnen.
Aber wie sieht es bei weniger bekannten KünstlerInnen aus?

Mit der Ausstellungsserie und dem Projekt „Was wird bleiben? – Ein zukunftsweisender Umgang mit künstlerischen Nachlässen“ präsentieren wir Werke und Lebensgeschichten von bekannten und weniger bekannten Künstler:innen und veranstalten Informationsveranstaltungen für Künstler:innen und Erb:innen.

 

Begonnen haben wir mit der Werkschau des Schaffens von Gernot Schweiger, die uns die Vielfalt und inhaltliche Tiefe seiner Arbeiten nähergebracht hat. Die große Anzahl von Besucher:innen ebenso wie das Interesse und das Feedback bestätigen uns bei unserem Anliegen auf Vor- und Nachlässe von Künstler:innen aufmerksam zu machen. Ende März 2024 folgt der zweite Teil unserer Serie „Künstlerischer Nachlass Burgenland“. Wir werden der Frage nachgehen, was wir vom Schaffen des 2011 verstorbenen Wahlburgenländers Igor Skalé noch finden.

Der Künstler wurde 1948 in Celje, Slowenien, geboren. Er kam als Kind nach Graz, besuchte dort die Kunstgewerbeschule und stellte ab 1970 seine Kunst aus. Bis Mitte der 1970er-Jahre fühlte er sich dem Surrealismus zugetan, ging danach aber eigene künstlerische Wege. Er verwendete Papier, Holz, Wachs und Lehm als Arbeitsmaterialien und fertigte vielseitige und einprägsame Arbeiten in seiner ganz speziellen Formensprache. Seine Werke wurden auch international gern gezeigt. Er hatte Einzelausstellungen in Luxemburg (Galerie Jean Weber) und der Schweiz (Galerie Gerard Schreiner in Basel), ebenso wie lokal in Wien im Haus Wittgenstein oder auch in der Kunstwerkstatt Tulln.
Igor Skalé arbeitete in Werkgruppen, die er im Laufe der Jahre immer wieder erweiterte und ergänzte.

Mit dem OHO verbinden ihn langjährige Freundschaften und gemeinsame Ausstellungen mit den Vorstandsmitgliedern Andreas Lehner und Wolfgang Horwath.

SELBSTEINSCHÄTZUNG
„In der Summe meiner Erinnerungen“, schreibt Skalé in einem Text über sein Werk, „kristallisieren sich Schwerpunkte, die jedoch nicht programmatisch zu verstehen sind, sondern als Hinweis auf Strukturen in der bildnerischen Arbeit, die sich sozusagen post festum herausgebildet haben. Ungenau formuliert könnten das die Fragen sein nach der Natur des Menschen, der Eigenart der Natur und die Position des Menschen darin. Wobei der Naturbegriff ein weit gefasster ist.“
„Gemeinsam ist ihnen (…) das Spannungsverhältnis zwischen Empfindung (der expressive Gestus) und intellektueller Selbstprüfung (die reduzierte Darstellung)“ – so seine kurzgefasste und präzise Selbstanalyse – und fährt fort: „Neben den thematisch zuordenbaren Arbeiten gibt es natürlich noch eine größere Zahl an Bildern, die aus bloßem Vergnügen an der Malerei, am spielerischen Moment entstanden sind. Und auch der größte Meister in der Kunst der Moderne war im Spiel – der Zufall.“
2011 starb Skalé. Er lebte viele Jahre im Südburgenland, aber auch in Wien und in Niederösterreich. In und um die Maierhofer Mühle an der Lafnitz entstanden viele seiner Arbeiten. Dort war wohl sein Lieblingsplatz.

 

DETEKTIVISCHE SUCHE
Noch sind wir auf der Suche nach den Werken dieses faszinierenden Künstlers. Einiges konnten wir schon finden. Wir freuen uns über sachdienliche Hinweise. Eines steht aber jetzt schon fest. Es wird in absehbarer Zeit mit Sicherheit keine umfangreichere Ausstellung mit Skalés Werken geben.

Ohne Kunst und Kultur wird's still!
#kunstistsystemrelevant